Mittwoch, Dezember 07, 2011

Joana Angelides

Advent

Es ist Vorweihnachtszeit, nur mehr einige Tage hin bis zum Weihnachtsabend. Man merkt es an der Hektik, welche die Luft erfüllt, die Menschen erfaßt.
Natürlich hatte ich auch noch einige Einkäufe zu machen, kleine Geschenke für Freunde und Angehörige zu besorgen. Ich eilte durch die Straßen, an ebenfalls in Eile befindlichen Menschen mit Paketen beladen, vorbei. Es ist jedes Jahr das gleiche.
Die Geschäfte sind bunt und weihnachtlich geschmückt, Weihnachtslieder schallen durch die sich öffnenden Türen der Kaufhäuser und bunte Glaskugeln bewegen sich im Wind. Von den Gesimsen der Kaufhäuser rieseln industriell erzeugte Leuchtketten und gaukeln Weihnachtsstimmung vor. Doch die Menschen sind übersättigt von den Reizen die ihnen geboten werden und es will so gar keine Advent-Stimmung aufkommen.
Frauen mit kleinen Kindern an der Hand eilen von Schaufenster zu Schaufenster und beachten gar nicht, daß die Kleinen bei dieser oder jener Auslage gerne stehen geblieben wären. Sie zerren die Kinder weiter. Es ist keine Zeit für staunende Kinderaugen.
Dann begann es auch noch ein wenig zu schneien. Mich fröstelte es und ich zog meinen Schal enger um den Hals. Einige kleine Päckchen baumelten an meiner Hand.
Dem Weihnachtsmann bin ich auch nicht begegnet und es rieselte auch kein Goldstaub vom Himmel um die Bäume im Park ein wenig weihnachtlicher aussehen zu lassen. Plötzlich fand ich, für heute genug gekauft zu haben und entschloß mich, nach Hause zu gehen.

Die Wärme meines Wohnzimmers nahm mich wohlig auf und als ich mich dann in meinen Lieblingsstuhl kuschelte, mit Genuß den heißen Tee schlürfte und in die kleine brennende flackernde Kerze blickte, kam doch ein wenig Adventstimmung auf. Von irgendwoher drang ein kleines Weihnachtslied an mein Ohr.
Es sind die kleinen Dinge, wie diese kleine Flamme, und die einfache Weihnachtsmelodie die uns zu Herzen gehen. Aus den Augenwinkeln glaubte ich auch noch eine rote Kutsche mit einem Rentier davor über den Wolken vorbei huschen zu sehen. Doch das mußte wohl an der kleinen flackernden Kerze liegen, die beweglichen Schatten an das Fenster werfen.

Keine Kommentare: